Männer…

Dienstag, 21. Juli 2009

Wenn Morgen eine Katastrophe drohen würde, würde meiner zuerst einmal sein Werkzeug, die Gartenbepflanzung und den Rasenmäher in Sicherheit bringen, während er mir auf dem Weg zum Auto schwerbeladen zuruft: “Bring die Hunde und Katzen mit.”

Was sich in den Windungen eines Mannes Hirn abspielt, wäre oftmals Interessant zu wissen, aber zum Schonen der Nerven ist es besser (zumindest für mich) es bleibt ein ewiges Geheimnis.

Seit ca. 4 Tagen, oder sind es mehr…, begegnen wir uns nur  noch zwischen Tür und Angel und dann hat Mann immer irgendwie die Hosentaschen voll mit Schrauben, Klemmen, Dichtungen ect. Gestern Morgen kam er mir mit einer Rohrzange in der einen und einer Astschere in der anderen Hand entgegen, wünschte mir im Vorbeigehen einen guten Morgen und entschwand mit den Worten: “Ich hole die Hunde in etwa einer Stunde ab.” Vier Stunden später saßen die Hunde immer noch wartend neben mir.

Es tauchen Fragen auf, aber ich verkneiffe sie mir. Ich muss und will nicht komplizierte Denkvorgänge verstehen.

Mein Griff zum Telefon nach 4 Stunden hätte ich mir sparen können, denn sein Handy klingelte hier auf dem Tisch unter den Arbeitshandschuhen und seinen Zigaretten, die er vergaß, was mir ein leichtes ironisches Lächeln bescherte.

Aufgrund der oben beschriebenen Situation, gehen die Arbeiten am Hof doch recht zügig voran. Es gab auch gestern einen Grund zu feiern, denn ein doch recht wichtiger Vertrag konnte unterzeichnet werden. Rein rechtlich sollte jetzt alles unter Dach und Fach sein und zusammen mit unseren Freunden stießen wir auf das gemeinsame Abenteuer Bauernhof/Tierschutzhof an.

Nun können die  vorab besprochenen Planungen stattfinden, was den Garten und seine Gestaltung angeht, sowie den Innenausbau.  Tierfreundlich muss es allemal sein und wie wir feststellten auch noch ausbruchsicherer, denn unsere Shania erweist sich als wahre Kletterkünstlerin und den Zaun schafft sie mit links.

Der Garten wird vorerst geteilt, denn Zeus, der Rotti von unseren Freunden und unser Arco lieben sich nicht gerade. So wollen wir den beiden die Möglichkeit geben, sich an den Anblick des anderen zu gewöhnen. Arco reagiert auf Zeus bisweilen recht souverän und versucht ihn weitestgehend zu ignorieren, während Zeus “sein” Rudel von weiteren 4 Hunden vor Arco abzuschirmen versucht. Wir dürfen gespannt sein.

Ein Hühnerstall ist in Planung und ein Aushub am Gartenhaus, der entstand weil für das Terrassenrandbeet guter Humus benötigt wurde, wird künftig ein kleiner Teich werden.

Im Innenbereich werden vom Hausflur aus durch einen Durchbruch mit ca 6 Stufen noch 3 weitere Räume oberhalb eines danebenliegenden ehemaligen Stalles hinzukommen, als weiterer Schlafraum und Büro, Gäste WC mit Dusche. Das Dachgeschoss im Haupthaus wird noch ausgebaut als Gästebereich.

An der anderen Straßenseite befindet sich noch ein Bereich der wohl vor längerer Zeit einmal als Nutzgarten diente und so entschlossen wir uns diesen dort auch aufgrund der Bodenqualität wieder anzulegen. Wir erfuhren dann auch vor einigen Tagen von einem Stollen, der derzeit noch zugewachsen ist und sich ebenfalls auf der anderen Straßenseite befindet. Dieser wurde einst als Kühllager genutzt.

Unsere künftgen Gegenübernachbarn haben drei Hunde, darunter einen kleinen Jack Russel namens Paul. Paul mit seinen geschätzten 15 – 20 cm wollte sich gestern mit unserem Kalbshund Arco von schlappen 72 cm Risthöhe anlegen und man mochte glauben dass in Paule ein 70 kg Mastiff steckt. Arco reagierte leicht verdattert auf den mutigen Knirps  und stellte vorsichtshalber sein Nackenfell hoch, welches ihm weitere 5 – 8 cm bescherte, aber das beeindruckte Paul überhaupt nicht.

So werde ich wohl die kommenden Wochen weiterhin meinem Partner mehr oder weniger durch Zufall begegnen. Aber was solls? Es hat auch eine gute Seite ;)

Wenn das

Sonntag, 21. Juni 2009

der Anfang des Sommers ist, bin ich auf das Ende nun wirklich nicht gespannt.

Ich glaube mich zu erinnern, dass wir im letzten Jahr schon reichlich Sonne und Wärme hatten. Wir haben immer draußen gefrühstückt und die Pullover hatte ich schon weggepackt.

Nichtsdestotrotz, ich würde mir ein wenig mehr Sommer wünschen, sicher bin ich damit nicht alleine. Unsere Tomatenpflanzen gedeihen sehr gut nur leider fällt das Obst bereits von den Bäumen. Schade.

Unsere Shaniamaus macht weiterhin Fortschritte. Ich hätte nie geglaubt dass wir Arco und sie nebeneinander füttern können. So verfressen wie unser Großer ist, hielt ich das für undenkbar.

Den Futterneid hat er nie ganz ablegen können, obwohl wir alles versucht haben. Es legt sich jedoch und wenn man die beiden sieht und die wirklich sonderbare positive Entwicklung der beiden hautnah miterlebt, kann man tatsächlich erkennen, dass sie sich auf irgend eine Art und Weise ergänzen und heilen. Es ist einfach schön mit anzusehen.

Dennoch hat Shania immer noch eine tiefe Angst in sich, die sich zeitweise immer wieder bemerkbar macht. Was unsere arme Maus elebt haben muss, treibt mir fast die Tränen in die Augen. Warum es Menschen gibt, die Tieren Leid antun, kann und will ich einfach nicht begreifen und noch weniger, dass trotz all der Missstände die überall herrschen nicht rigoros eingegriffen wird.

Dass es Tieren das Leben retten kann, wenn man nur die Augen und den Mund aufmacht, zeigt wieder einmal ein aktueller Fall von schwerstem Missstand: http://www.arche90.de/aktuelles/einsaetze/gequaeltepferdeinnot.html

Vor einigen Tagen wurde uns von einer Anwohnerin beim Spazierengehen am Holperbach wieder von einer Sache hier im Dorf erzählt. Diesmal ging es aber nicht um den Sch….. sondern um eine Familie die im Garten/Schuppen wohl ein Schweinchen halten sollen, welches in wirklich erbärmlichem Zustand sein soll. Das Vet.amt wurde auch hier verständigt und es wurde wieder einmal als alles “Ordnungsgemäß” befunden.

Dass die Nachbarn eimerweise Wasser und trockenes Brot schleppen, damit das Schweinchen nicht verhungert und verdurstet, wollen die Zuständigen nicht sehen. Hier wird wieder die allseits bekannte “ordnungsgemäße Blindheit” bekundet. Die kennen wir ja schon zur genüge.

Man sagte uns auch, dass diese Familie einige Hunde haben soll, die jedoch nur gesehen wurden, als man sie ins Haus brachte und dann nicht mehr. Weder im Garten noch sonstwo. Ab und zu, soll man einen Hund jaulen hören…

Ich vergesse nicht, wie ein älterer Herr mir im vergangenen Sommer von einem Pferd erzählte, welches jahrein, jahraus über Jahrzehnte hinweg in einem Schuppen hier im Dorf vor sich hinvegetierte, bis “endlich” der Abdecker gesehen wurde, der das verendete Tier abholte. Seine Frau soll gesagt haben: Jetzt hat das arme Tier es endlich überstanden…

Ich war und bin immer noch schockiert, dass das Leid des Tieres etlichen Menschen bekannt war, aber niemand gehandelt hat. Es scheint, dass sie sich selbst die Nächsten sind und diese Scheuklappen erlauben keine Aufmerksamkeit auf das was mehr als dringend notwendig wäre.

Was sich seit der Sch… sache bereits für die Tiere geändert hat, ist annehmbar und im Sinne des Tierschutzes auch  vertretbar. Wie die ganzen Tiere durch den Winter kommen sollen ist noch fraglich, warten wirs ab.

Zum Thema Ungarn/Tierschutzfahrt:

Sie konnte gut abgeschlossen werden und es gab zum Glück keinerlei problematische Situationen. 26 Hundenasen konnten gerettet werden und wir haben uns alle sehr sehr gefreut, dass es soviele Fellnasen geschafft haben in ein neues und besseres Leben zu reisen.

Es gibt übrigens auf unserer Tierschutzseite: www.perrera-ev.de einen Fahrbericht, der auch einige Bilder zeigt.

Da ich nach einer Neuinstallation noch nicht alle Dateien auf meinem PC habe, gibt es erst demnächst wieder einiges an aktuellen Bildern. Bis dahin euch allen herzliche Grüße

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